Freitag, 24. Januar 2014

24.01.2014: Die ich rief, die Geister ...

... werd ich nun nicht los.

Ich fühle mich ein wenig wie der Zauberlehrling. Ich hatte mir Regen gewünscht, damit es kühler wird. Nun ist er da, und zwar in rauen Mengen. Da wo vorher Straßen waren, sind jetzt Bäche!



Aber Not macht bekanntlich erfinderisch, und so bin ich eben im nagelneuen Shoppingcenter zum Bummeln gewesen. Ich hab' mir sogar etwas gekauft.


Die Temperatur hat sich mittlerweile halbiert, sie ist von 40° auf 20° gefallen. Fühlt sich für mich im Moment wie 12 oder 13° an.

Am Nachmittag hat dann der Regen etwas nachgelassen, so dass ich einen kurzen Spaziergang in Tucumán gewagt habe. Hier gibt es etliche Häuser aus der Kolonialzeit, wie z.B. die Casa de Govierno oder die Iglesia San Francisco:



Als es wieder zu regnen anfing, bin ich zu einem späten Mittagessen ins Il Postino (italienisch) zum Pizza-Essen gegangen. Die Pizzeria ist in einer umgebauten alten Lagerhalle aus Backstein untergebracht und meine Pizza war hervorragend!


Nun bin ich gespannt, wie es wetter-technisch weitergeht. Bis morgen!

23.01.2014: Fliegen in Tucumán

Als erstes ein wenig Geschichtsunterricht. In Tucumán erklärte Argentinien am 9. Juli 1816 die Unabhängigkeit von Spanien, weswegen es sich "cuna de la independencia" (Wiege der Unabhängigkeit) nennt:


Und nun noch etwas zum Fliegen:
Das Fliegen gestaltet sich hier wirklich problemlos. Die anderen Piloten sind vollkommen entspannt, hilfsbereit und freundlich. Heute morgen ist ein Tandempilot mit einer Rollstuhlfahrerin gestartet, zwei Kollegen haben sie in ihrem Gurtzeug getragen, bis der Gleitschirm abgehoben ist. Der Startplatz Los Pinos ist dafür hervorragend geeignet.

Das Landen ist dafür ein wenig spannender. Es gibt zwar auch andere Landemöglichkeiten, aber der offizielle Landeplatz ist ein Weg in einer Zitronenplantage, ein wenig breiter als ein Gleitschirm, dafür aber 300 m lang. Ich habe nach meinen beiden heutigen Flügen gut hinein getroffen.

Im nächsten Bild sieht man den Landeplatz vom Startplatz aus (genau in der Mitte des Bildes):


Und hier der Weg nach meiner ersten Landung:


Donnerstag, 23. Januar 2014

21. + 22.01.2014: Zu viele Deutsche in La Rioja

Wir haben jetzt denn 22.01.2014 abends. Ich sitze hoch über San Miguél de Tucumán auf meinem Campingplatz und es weht ein erfrischendes Lüftchen. Einfach herrlich!


Aber ich habe ja nicht nur heute sondern auch noch den gestrigen Tag aufzuarbeiten. Deshalb der Reihe nach.

Gestern morgen war ich bei einer Autowerkstatt und habe das Problem mit meinem hinteren Seitenfenster erklärt. Da der Fensterrahmen ziemlich verzogen war, musste ich das Auto da lassen. Um 12:00 Ihr sollte es fertig sein und - es war um 12 Uhr fertig.

Gegen 14 Uhr ist dann eine Gruppe deutscher Gleitschirmflieger angekommen (Reiseleiter Peter Rummel von der Tegernseer Flugschule). Um 16:00 Uhr sind wir dann gemeinsam mit Hugo Avila mit seinem Geländewagen hochgefahren. Die Bedingungen zum Starten waren grenzwertig und es konnten nicht alle bis Sonnenuntergang starten. Leider auch ich.


Abends beim gemütlichen Zusammensein habe ich festgestellt, dass es mich eigentlich nicht wirklich interessiert, ob der Schwager vom Polizeipräsidenten von Holzkirchen jetzt Vorsitzender des Schützenvereins in Kreuth ist (oder so ähnlich).

Also habe ich meine Sachen gepackt und bin heute in Richtung Tucumán aufgebrochen und angekommen,

Unterwegs hat sich die Landschaft geändert, es wurde immer grüner. In La Rioja werden vor allem Oliven angebaut, dann in Catarmarca und der Provinz Tucumán Zuckerrohr und hier sehe ich jetzt Zitrusplantagen. Zwischendurch gab es immer wieder auch Kakteen, die immer größer wurden:



Zum Startplatz sind es von mir aus nun ca. 4 km auf asphaltierter Straße. Vom Landeplatz kommt man im Taxi wieder an den Startplatz. Wenn das Wetter mitspielt, dann steht ein paar schönen entspannten Flügen nichts im Wege. Wenn es wie vorhergesagt regnen sollte: Auch gut, dann wird es wenigstens ein wenig kühler.

PS: Im Blog erscheint dieser Post erst morgen - wegen fehlender Internetverbindung :-(

Montag, 20. Januar 2014

20.01.2014: Angekommen!

Ich glaube, jetzt bin ich wirklich auch fliegerisch in Argentinien angekommen!

Eigentlich wollten wir heute nachmittag um 15:00 zum Startplatz fahren. Es wurde 17:00 Uhr, bis unser Chauffeur Luis (el negro) ankam. Alles kein Problem!

Mit Charly, einen Piloten aus Venezuela, sind wir mit meinem Kangoo an den Startplatz gefahren. Scheinbar verträgt der Kangoo die Piste mit den kopfgroßen Felsbrocken nicht so ganz, denn wir haben unterwegs ein Fenster verloren.

Der Flug war wohl wegen der späten Zeit nicht ganz so thermisch wie gestern ("nur" 1000 m Startplatzüberhöhung). Ich habe mich deshalb auch getraut, den Fotoapparat zu zücken und ein paar Bilder zu machen:





Ich bin begeistert von La Rioja!!!

19.01.2014: Einfach genial

Der heutige Post wird ein wenig länger, denn es ist viel passiert, obwohl der Tag sehr relaxt war.

Als erstes habe ich einen kleinen Stadtbummel in La Rioja unternommen. Das Zentrum ist nett, man findet rund um den zentralen Platz einige Kolonialbauten:



Ansonsten habe ich mich für den geplanten Abendflug durch eine ausgiebige Siesta und Erfrischung im Pool vorbereitet (hier ist es noch heißer, so um die 40° C):


Und obwohl der Start zum Abendflug erst nach halb sechs erfolgte, hat mich die Abendthermik innerhalb von 7 Minuten vom Startplatz (Höhe 1206 m) auf über 2800 m hochkatapultiert (persönlicher Höhenrekord). Das bedeutet ein mittleres (!) Steigen von ca. 4 m/s. Ich muss zugeben, dass es da oben dann richtig frisch war, schließlich fehlten wir nur ca. 100 m bis zur Höhe des Zugspitzgipfels ;-)

Das Panorama war überwältigend. Leider habe ich keine Fotos gemacht, da ich bewusst die Kamera gut weggepackt hatte, um mich auf den Flug zu konzentrieren.

Nach der Landung gab es dann das zweite argentinische Nationalgetränk, den Mate:


Wegen eine freudigen Ereignisses (Cristians neuer Schirm, der am Flughafen Ezeiza verschwunden war, ist wieder aufgetaucht) gab es dann abends Asado.


Die bisher eher magere Flug-Statistik hat sich nun deutlich verbessert:
  • Cuchi Corral (La Cumbre), 12.01.2014, 18 Min
  • Cuchi Corral (La Cumbre), 13.01.2014, 10 Min
  • Cuchi Corral (La Cumbre), 15.01.2014, 31 Min (das war der, bei dem das Funkgerät nicht funktionierte)
  • Düne (Villa Mazán), 18.01.2014, Groundhandling und Soaringflug (ohne Vario und deshalb ohne Zeitangabe)
  • Cerro de la Cruz (La Rioja), 19.01.2014, 1:04 Std. 

Sonntag, 19. Januar 2014

17. + 18.01.2014: Ankunft in La Rioja

Jetzt schreibe ich mal einen Post für 2 Tage, um aktuell zu blieben.

17.01.2014: Ich habe in Olta in der Provinz La Rioja übernachtet. Diese Stadt kennt meine deutsche Ausgabe des Lonely Planet für Argentinien nicht, Google Maps konnte mir nicht den Weg zeigen, den ich nach herkömmlicher Papierlandkarte gefahren bin und ich hatte dort auf dem Campingplatz keine Internetverbindung. Al einziger Übernachtungsgast durfte ich den Abend mit dem Campingplatzbesitzer verbringen. Bei einer netten Unterhaltung haben wir uns das Training der Damenfußballmannnschaft angesehen, da der Campingplatz nicht nur Campingplatz sondern auch noch öffentliches Schwimmbad und Fußballstadion beinhaltet. Sowohl die Damenmannschaft als auch ihr Fußballspiel waren sehenswert.
Am späten Vormittag bin ich dann in La Rioja-Stadt angekommen  und habe mich bei Hugo Avila einquartiert, der hier nicht nur eine Flugschule führt, Tandemflüge mit Hänge- und Paragleitern anbietet, sondern verschiedenste Unterkünfte anbietet.
Ich habe mich entschieden, ein Bett im Hostal zu nehmen und nicht zu campen. Das Hostal-Bett mit Frühstück kostet weniger, als ich schon mal für einen Campingplatz bezahlt habe.
An den "Tourismuskomplex" angeschlossen ist ein Kiosk/Restaurant, in dem man hervorragend für wenig Geld Essen kann: mittags gab es Puchero (Eintopf mit Rindfleisch) und abends Asado (mit allem was dazugehört, inklusive Nieren, Darm und Chimichurri).


18.01.2014: Heute bin ich um 5:15 Uhr bei Cristian zum Frühstück gewesen, da er um 5:30 mit seinem Flugschüler nach Villa Mazan zum Übungshang aufgebrochen ist und ich mitgefahren bin. Dort gibt es eine Düne, an der man super Groundhandling üben kann. Und während Cristian sich abmühte, dass sein Flugschüler nicht zu weit abhebt, habe ich über ihnen an der Düne gesoart, wenn es der Wind erlaubt hat.


Am Nachmittag wollten wir dann am Cerro de la Cruz bei La Rioja (Stadt) fliegen. Aber zuerst wegen Gewitter und dann wegen fehlendem Wind sind wir dann doch nicht gestartet.


Am Abend musste ich dann das Nationalgetränk von Argentinien probieren: Fernet-Branca mit Cola und Eis, den man hier gleich flaschenweise trink. Falls im heutigen Post ein paar Schreibfehler enthalten sein sollten, dann wisst Ihr, woran es liegen könnte.

Freitag, 17. Januar 2014

16.01.2014: Weiter nach La Rioja

Als erstes bin ich Euch noch ein paar schöne Bilder von La Cumbre schuldig:



Nachdem ich geschrieben hatte, dass La Cumbre auch kulinarisch etwas zu bieten hat, bin ich gestern Abend losgezogen, um die Aussage zu testen (und um die Bilder zu machen). Gelandet bin ich in einem wirklich guten Restaurant namens Kasbah, das neben indischen, chinesischen, thailändischen und mexikanischen Gerichten auch einheimische Kost bietet. Ich habe mich für ein Rindfleisch-Curry in der Variante mittel scharf entschieden, und war begeistert (Preis: 123 ARS inklusive 1 großen Flasche Bier).

Heute war ich dann wieder am Startplatz, bin aber nicht geflogen. Die Bedingungen waren etwas unklar und wechselhaft und es waren diesmal 8 (ocho!) Instruktoren anwesend.

Stattdessen habe ich mich am frühen Nachmittag entschlossen, weiter in Richtung La Rioja zu fahren.

Auf dem Weg dorthin bin ich durch Capilla del Monte gekommen, das OVNI-Zentrum Argentiniens. Die Begründungen, warum hier so viele OVNIs gesichtet werden, sind vielfältig und reichen von esoterisch zu physikalisch. Auf jeden Fall sind sie überall präsent. OVNI heißt übrigens: objeto volador no identificado.